Heut gibts Reis mit Bohnen. Und dann Bohnen mit Reis. Die tausend Variationen des Gallo Pinto in Costa Rica.

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Jedes Land hat eine traditionelle, eine „Arme-Leute-Küche“. Jedes. Das ist die Basis des Kochens und der Esskultur unserer Welt. Costa Rica hat Gallo Pinto.

Beinahe romantisch, wie sie den großen Eisentopf auf den Gasherd hievt. 1 kg schwarze Bohnen rieseln ins Wasser. Nach ein paar Stunden wird es sich durch das leichte Köcheln verfärben. Dann schneidet Maria Zwiebeln und Paprika ganz klein. Und später wischt sie den Boden und hört dabei Reggaeton, dieses nervig-sonore lateinamerikanische Stück Musikkultur. Die Bohnen köcheln. Anschließend packt sie n riesiges Paket Reis hinzu. Einfach in den Topf. Mit viel Öl. Gallo Pinto ist ziemlich fettig. Und wenig gewürzt. Es ist nicht scharf, nicht sehr stechend oder sauer. Es ist mild, rund und wohlig. Zusammen kochen Reis und Bohnen, mit Zwiebeln und Paprika. Und das Ganze köchelt lang. Irgendwann schaltet Maria den Herd aus und deckt den Topf mit einem Deckel ab. DSC_1016

Am nächsten Morgen ist der Boden wieder dreckig, morgens um 8 sind es bereits 30 Grad und Maria haut n paar Eier in die Pfanne. Zum Frühstück gibt es Gallo Pinto mit Ei.

Gallo Pinto ist das Standardgericht der Costa Ricaner. Es besteht aus schwarzen Bohnen mit weißem Reis. Die Bohnen werden lange eingeweicht und kochen stundenlang aufm Herd. Zubereitet wird das Essen meist am Tag zuvor. Das Besondere: Reis mit Bohnen gibt es morgens, mittags und abends.

Ich esse in Costa Rica oft Gallo Pinto, immer in etwas abgewandelter Form, denn Ei und Butter und Wurst… ess ich ja nicht. DSC_1334

In Manuel Antonio, im Süden des Landes, hab ich im Hostel für 3 Dollar diesen veganen Spezialitäten-Teller bekommen: Toast, leicht angebraten mit Olivenöl, Gallo Pinto und gebackene Kochbanane. Mit costaricanischem Kaffee.

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Zu Mittag gab es in einem Restaurant nahe des Nationalparks dieses abgewandelte Gallo Pinto. Das nennt sich Casado und ist eine Ergänzung. Normalerweise werden die Bohnen und der Reis vom Vortag durch n paar Gemüse, n bisschen Salat, Brot oder n Stück Fleisch ergänzt. Weil Maria sich stundenlang Mühe gemacht hat und nun ja… Weil es schmeckt. Das Restaurant hatte keine Maria, dafür viele westliche Touristen. Statt Reis mit Bohnen gab es Bohnen an Reis, mit Gemüse und n bisschen Tortilla.IMG_20190124_124402_651

Am meisten mochte ich, das Gallo Pinto von Maria einfach mit anderen Sachen zu kombinieren. Ne geschnittene Avocado. N Linsengericht mit Parika und Zwiebeln. Und dazu das romantische, saftige, leicht fettige Gallo Pinto.

Überhaupt regt Gallo Pinto an, sich mit dem Drumherum zu beschäftigen.

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So hatten wir einen Abend eine Vielzahl an Variationen von Gallo Pinto. Schwarze Bohnen pur. Gallo Pinto. Schwarze Bohnen als Mus. (Dies gibt es auch verpackt hier zu kaufen. Frijoles.) Kochbanane. Gebratener Reis. Salat. Oder dieses zauberhaft angerichtete Gallo Pinto mit einem Gurkenbett, frischem Koriander-Lollo-Rosso-Salat und geraspelter Möhre. Das Gallo Pinto hier war scharf, weil n bisschen Chili-Soße und orgendtlich Gewürze drauf kamen.

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Was auch immer sich Maria für ihr Gallo Pinto vorstellt…

Jeden Morgen schaufelt sie eine große Portion davon für ihren Mann auf einen Teller. Jeden Mittag gibt es ein Stückchen Fisch, Fleisch oder Gemüse dazu. Und abends kocht sie den nächsten großen Topf. Reis mit Bohnen.

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